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Zusammenfassung des BDDH Symposiums "Thrombophilie und Wirtschaftslichkeitsprinzip"

15. Februar 2017, 61. GTH Kongress, Basel

Das Risiko für Erst- und Rezidivthrombosen wird durch hereditäre und erworbene thrombophile Risikofaktoren relevant beeinflusst. Neben relativen Risiken erlaubt erst die Kenntnis des absoluten Thomboserisikos pro Jahr eine sinnvolle Beratung betroffener Patienten zu Nutzen und Risiken einer langfristigen oralen Antikoagulation. Während milde thrombophile Risikofaktoren wie Faktor V Leiden oder Prothrombin-G20210A-Mutation in heterozygoter Form das Rezidivrisiko für Thromboembolien nur geringgradig erhöhen (1,3 – 1,5-fache Steigerung), kommt es bei schweren thrombophilen Risikofaktoren (z. B. Mangel an Antithrombin bzw. Protein C/S oder Antiphospholipid-Syndrom) zu einer relevanten Steigerung des Rezidivrisikos (2–2,5-fach). Bei idiopathischer Erstthrombose bedingen schwere thrombophile Risikofaktoren damit eine Steigerung des absoluten jährlichen Thromboserezidivrisikos von langfristig 3 % auf über 6 %. Diese Risikosteigerung übersteigt häufig das jährliche Risiko für schwere Blutungskomplikationen unter oraler Antikoagulation (in der Regel 1–3 %) und kann eine langfristige orale Antikoagulation bergründen.

Eine ausführliche Publikation zum BDDH Symposium ist für eine der folgenden Ausgaben der Hämostaseologie – Progress in Haemostasis in Planung.

PD Dr. med. Rainer B. Zotz, Institut für Laboratoriumsmedizin, Blutgerinnungsstörungen und Transfusionsmedizin LBT Zotz/Klimas, Düsseldorf